by Stu Austin / Übersetzung: Torsten Nitsche
Sie wollen rezessive Giants züchten? Ich begann 1977 mit der Zucht rezessiv roter
Giants. In den ersten fünf Jahren hatte ich die Giants in Ausstellungs-Qualität.
Ohne die Hilfe von anderen Züchtern gewannen 4 von 5 Giants in der Rot-Klasse
aber sie konnten nie gegen andere Farben bestehen. Sie standen immer ganz am Ende.
Als ich […] Giants zu züchten begann, war meine Lieblingsfarbe rezessiv Rot. In meiner anderen Zucht war ich bisher stets den rezessiv Gelben fern geblieben, da sie qualitativ immer ein Stück weit schlechter waren – wie alle verdünnten (diluted) in anderen Farben. Bei den Giants habe ich den Eindruck, dass Gelb dichter an der Qualität der Roten liegt und es scheint geeignet zu sein in der Zucht die „Schmutzfarben“ zu beseitigen.
Alle Tauben, unabhängig von ihrer Farbe – weiß, rot, gelb, schwarz, blau, rotfahl, lavendel oder was auch immer – tragen jeweils zwei Gene für die Zeichnung – bindig oder gehämmert. Bei den Gehämmerten finden sich helle Hämmerung, T-Checker (dunkelgehämmerte) und die Velvets (geschlossenes T-Muster ohne Aufhellung am Federsaum). Um es zu vereinfachen lasse ich weitere Zeichnungsmuster wie z.B. hohlig weg, da sie bei Giants sehr selten zu finden sind, dass ich sie ignorieren kann.
Jede Verpaarung überträgt demnach zwei Gene für bindige Zeichnung oder Hämmerung. Daneben tragen einige Tiere einen Faktor für die Aufhellung der Rückenpartie – schlecht für rezessiv Rote – während andere Gene für einen dunklen Rücken und „angedunkelte“ Schwanzfedern tragen. Zu den anderen Faktoren, die die Qualität der Farbe beeinflussen gehören sooty und smoky sowie andere, bisher unerforschte, die ebenfalls das Gefieder dunkler färbende Faktoren. Außerdem existieren bei Tauben sogenannte „Schmalzkielen“ und andere Glanz-erzeugende Faktoren, die der Farbe Tiefe und Glanz – im Vergleich zum trockenen und „staubigen“ normalen Gefieder verleihen.
Rezessiv Rot und Gelb sind sehr viel empfindlicher bezüglich ihrer verborgenen Zeichnung und des Farb-„Hintergrundes“ als beispielsweise schwarz oder dun. Rote und Gelbe, die die bindige oder gehämmerte Zeichnung tragen, haben nicht nur bläuliche oder gräuliche Rücken, sie können auch deutlich sichtbare Schwanz- und ebenso schiefrige Flügelbinden zeigen.
Die besten Verpaarungen um diese Fehler zu vermeiden sind solche mit guten, dunklen Roten oder Gelben oder mit guten und dunklen Schwarzen oder Dunfarbenen, um die geschlossene Hämmerung (Velvet) zu „ersetzen“, die eine dunkle Farbe über den Körper verteilt zeigt.
Haben Sie schwarze, dunfarbige (ohne Zeichnung) oder aschfahle mit Farbverteilungsfaktor, sehen Sie sich unbedingt die Ortfedern an, um zu sehen, ob dort ein aufgehellter, irisierender Streifen zu finden ist. Dieser Streifen zeigt, dass das Tier bindige oder gehämmerte Zeichnung trägt. Diese Streifen werden sich auch bei den roten oder gelben Jungtieren zeigen.
Gut wäre es, einen reinerbigen Spread (doppelt vorhandener Farbverteilungsfaktor) zu haben und der irisierende Streifen wäre nicht zu finden. Nur leider sind diese bei Giants selten zu finden.
Braun sollte in keiner Form verwendet werden, da es seine „Visitenkarte“ in allen Roten mit dem falschen Perlauge hinterlassen würde.
Indigo ist eine hervorragende Farbe, um rezessives Rot oder Gelb in der Farbe zu verbessern und zu vertiefen. Aber denken Sie daran „Velvets“ also Giants mit geschlossener Hämmerung mit dunklen Körpern zu nehmen, wenn sie irgend zur Verfügung stehen. Man kann diese immer einmal wieder auf Schauen finden […] – dies ist der ideale Weg, Qualität ins Rezessive zu bringen, weil ab und zu ein Paar mit Typ und Qualität in einer anderen Farbe auch das ein oder andere rezessive Junge ziehen wird.
Die Farbe ist sicher nicht besonders gut aus den verschiedenen zuvor beschriebenen Gründen aber der Typ ist verbessert und nun ist ein „Auskreuzen“ erforderlich: Verpaaren Sie diesen Giant mit dem bestgefärbten Rezessiven, den Sie haben und paaren Sie die Jungen an die bestgefärbten zurück um das Ziel zu erreichen – es wird funktionieren!
Eine andere zu beachtende Tatsache ist, dass rezessiv Rote oder Gelbe niemals „reinerbig“ sein werden, sie tragen immer andere Farben oder Zeichnungen, die man am jeweiligen Tier nicht erkennen kann aber Rot x Rot oder x Gelb verpaart werden immer Rote und Gelbe ziehen – hoffentlich von guter Farbe.
Jeder Giant kann verborgene Eigenschaften besitzen, die nur hervorgebracht werden, wenn Sie die Tiere verschieden verpaaren.
Manchmal sind einge Generationen nötig, um die Farbe festzustellen und es kann gelegentlich nötig sein, verschiedene Paarungen auszuprobieren.
Weil wir wissen, dass Gelb verdünntes Rot und sozusagen das gleiche ist, verpaaren wir z.B. eine gelbe Täubin mit einem Täuber irgendeiner Farbe und deren Nachkommen werden dea rezessive Rot tragen.
Wird dann die F1 mit Rot oder Gelb verpaart, werden Rote und Gelbe Junge fallen.
Um einen gelben Täuber zu bekommen, verpaart man eine gelbe Täubin mit einem roten Täuber und deren Söhne werden das Dilution-Chromosom tragen, was aus Rot Gelb macht.
Bei gelbem Täuber x roter Täubin findet geschlechtsgebundene Vererbung des Verdünnungsfaktors Dilution statt und es werden gelbe Täubinnen und rote – für gelb spalterbige – Täuber fallen.
Wenn Gelb aus Rot x Rot fällt ist dies – ebenso nach den Regeln geschlechtsgebundener Vererbung für Dilution – immer eine Täubin.
ANMERKUNG
Sie haben sicher gemerkt, dass ich den Begriff „homozygot = reinerbig“ in der Bedeutung von „rein“ verwendet habe. In diesem Falle meine ich den „reinerbigen“ S-Faktor.
Dieser Artikel soll niemandem Angst machen, der Gelbe und Rote Giants züchten möchte aber er soll ihn die Herausforderung erkennen lassen. Es erfordert eine Menge gute Entscheidungen beim Verpaaren. Und eine Menge Glück.
>>> zurück zum seitenanfang |